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Mit Fördermitteln gegen die Krise

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Klippen gemeinsam bewältigen – Förderprogramme sollen Unternehmen in der Pandemie unterstützen

In der Coronakrise ist die Nachfrage nach Förderkrediten der LfA Förderbank Bayern so hoch wie noch nie. Jetzt werden die Regeln dafür noch einmal vereinfacht. Infrage kommen die Angebote für Firmen jeder Größe.

Monika Hofmann, Ausgabe 09/2021

»Wir haben im Ausnahmejahr 2020 die höchste Nachfrage nach Förderkrediten seit der Gründung der Bank verzeichnet«, sagt Christine Graß (56), Krisenberaterin bei der LfA. Bereits 1951 startete die Institution als Förderbank des Freistaats – mit dem Ziel, den Mittelstand zu kräftigen und so den hiesigen Standort wettbewerbsstark zu gestalten. Ihre Schwerpunkte setzt die LfA heute auf die Kerngeschäftsfelder Gründung, Wachstum, Innovation, Energie und Umwelt, Stabilisierung und Infrastruktur. Dabei handelt es sich um genau jene Felder, die oft erhöhten Finanzierungsbedarf haben. »2020 stand im Zeichen der Krise«, so Graß.

1,5 Milliarden Euro Coronahilfen zugesagt

Besonders mittelständische Betriebe unterstützte die LfA Förderbank Bayern mit Darlehen in Höhe von rund 3,4 Milliarden Euro. Dabei betrug das Kreditvolumen in den Corona-Sonderprogrammen mehr als 835 Millionen Euro. Zudem vergab die LfA Förderbank Bayern 105 Bürgschaften mit einem Gesamtbetrag von fast 615 Millionen Euro. »Zusammen mit den rund 4.900 Tilgungsaussetzungen von 75 Millionen Euro bei bestehenden Krediten hat die LfA damit über 1,5 Milliarden Euro Coronahilfen zugesagt«, sagt Graß.

Mit ihren Angeboten ermöglicht die LfA es vielen kleinen und mittleren, aber auch größeren Betrieben in Bayern, besser durch die Pandemie zu kommen. Diesen Kurs will die Förderbank weiterverfolgen. Sie vereinfacht daher viele Regeln für Corona-Förderprogramme, erleichtert Bürgschaften und Tilgungsaussetzungen. Die Änderungen gelten vorerst bis Ende dieses Jahres. »Wichtig ist zu beachten, dass die Anträge und Auszahlungen stets über die jeweilige Hausbank laufen«, betont die LfA-Krisenberaterin Graß.

Die neuen Regeln für Corona-Förderprogramme:

  • Unternehmen mit bis zu fünf Mitarbeitern und Freiberufler:
    Beim LfA-Schnellkredit zur Versorgung der Unternehmen mit Liquidität sind keine Sicherheiten nötig, da die Risikoübernahme 100 Prozent beträgt. Der maximale Betrag beläuft sich auf 50.000 Euro, eine außerplanmäßige Tilgung ist ohne Kosten möglich.
  • Unternehmen mit sechs bis zehn Mitarbeitern und Freiberufler:
    Auch für sie gibt es den LfA-Schnellkredit mit 100-prozentiger Risikoübernahme. Die Maximalsumme beträgt 100.000 Euro. Eine kostenlose außerplanmäßige Tilgung ist möglich.
  • Unternehmen mit bis zu 500 Millionen Euro Umsatz und Freiberufler:
    Der Corona-Schutzschirm-Kredit sieht eine Risikoübernahme von 90 Prozent vor, das Maximalkreditvolumen beträgt 30 Millionen Euro zu sehr niedrigen Zinsen.
  • Gemeinnützige Organisationen:
    Sie können den Corona-Kredit Gemeinnützige beantragen. Die Risikoübernahme beträgt 100 Prozent, der Höchstbetrag 1,8 Millionen Euro. Zudem ist die außerplanmäßige Tilgung kostenlos
  • Unternehmen mit bis zu 500 Millionen Euro Umsatz und Freiberufler:
    Der Universalkredit sieht bei bis zu vier Millionen Euro Kreditbetrag eine optionale Risikoübernahme von 80 Prozent vor. Der maximale Kreditbetrag liegt bei zehn Millionen Euro mit sehr langen Laufzeiten.
  • Unternehmen mit bis zu 500 Millionen Euro Umsatz:
    Sie können den Akutkredit beantragen, die Risikoübernahme erfolgt gegebenenfalls über Bürgschaften. Der Höchstbetrag beläuft sich auf zwei Millionen Euro. Er hat eine maximale Laufzeit von zwölf Jahren und ist für längerfristige Konsolidierungen gedacht.
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nach EU-Definition (siehe Definition unten) und Freiberufler:
    Beim Innovationskredit 4.0 ist eine Risikoübernahme von bis zu 80 Prozent bei einem Kreditbetrag von bis zu fünf Millionen Euro möglich. Der maximale Kreditbetrag beziffert sich auf 7,5 Millionen Euro, die Laufzeiten betragen bis zu zehn Jahre zu sehr niedrigen Zinssätzen.
  • Unternehmen mit mehr als 500 Millionen Euro Umsatz und Freiberufler:
    Bei der Bürgschaft beträgt die mögliche Risikoentlastung bis zu 90 Prozent, der Maximalbetrag 30 Millionen Euro bei Laufzeiten von bis zu 15 Jahren.

Zudem gibt es Erleichterungen, die alle Förderprogramme betreffen. So erhöht sich der Kleinbeihilfehöchstbetrag auf 1,8 Millionen Euro. Die Gesamtsumme der Kleinbeihilfen, die einem Unternehmen gewährt werden, darf dieses Maximum nicht übersteigen.

Tilgung erleichtert

Damit die Firmen die Folgen der Coronakrise besser abfedern können, bietet die LfA einfache und schnelle Möglichkeiten, Tilgungen auszusetzen. Das gilt für bis zum 31. Dezember 2021 fällig werdende Tilgungsraten von programmgebundenen Darlehen.

»Unter Berücksichtigung der zuvor von uns gewährten Tilgungsaussetzungen können Unternehmen mit maximal vier Quartalstilgungsraten pro Vertrag aussetzen, bei monatlicher Tilgung zwölf Raten und bei halbjährlicher Tilgung zwei Raten«, erläutert LfA-Krisenberaterin Graß. »Anträge auf Tilgungsaussetzung müssen spätestens am 30. Dezember 2021 bei der LfA eingehen.« Die ausgesetzten Raten werden dann erst mit der Schlussrate des Darlehens eingezogen.

Um der Entwicklung auf dem Kapitalmarkt gerecht zu werden, passt die LfA die Sollzinssätze für ihre Förderkredite laufend an.

Weitere Details zu den Programmen und den neuen Regeln gibt es auf der Internetseite der LfA.

Service: Kostenfreie Beratungstage, in München mit der IHK

In ganz Bayern bietet die LfA Förderbank Bayern regelmäßig und kostenlos Beratungstage für Firmen an. In München arbeitet sie dabei eng mit der IHK für München und Oberbayern zusammen. Wer diese Beratung in Anspruch nimmt, erhält nach seinem Termin eine Zusammenfassung, die alle wesentlichen Inhalte der Beratung nochmals schriftlich festhält. Das ist eine gute Vorbereitung für das Gespräch mit der Hausbank. Wichtig: Der Antrag und die Auszahlung des Förderkredits erfolgen immer bei der Hausbank.

Beratungstage sind als persönliche Termine, telefonisch oder online möglich. Anmeldung unterTel. 089 5116-0 oder per Email.

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