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So gelingt Homeoffice

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Viele Beschäftigte arbeiten jetzt von zu Hause aus

Wenn Mitarbeiter zum Schutz vor Infektionen, aus persönlicher Vorsicht oder weil Kitas und Schulen ausfallen, zu Hause bleiben, können sie im Homeoffice weiterarbeiten. 

Ausgabe 04/20

Wann dürfen/sollen Mitarbeiter ins Homeoffice?

Arbeiten im Homeoffice setzt grundsätzlich eine Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer voraus. Ohne eine Vereinbarung kann weder ein Arbeitnehmer einseitig Homeoffice verlangen, noch der Arbeitgeber den Mitarbeiter ins Homeoffice schicken. Wenn ein Arbeitnehmer infiziert und arbeitsunfähig erkrankt ist, kommt natürlich kein Homeoffice in Betracht. Solange ein Arbeitnehmer allerdings nur zum Schutz vor (potenzieller) Ansteckung isoliert wird, ohne erkrankt zu sein, muss er von zu Hause aus arbeiten, wenn dies grundsätzlich vereinbart und möglich ist.

Welche Arbeitszeiten müssen eingehalten werden?

Bei der Dauer der Arbeitszeit und Pausen gelten die gesetzlichen Regeln und die Vereinbarungen aus dem Arbeitsvertrag. Arbeitnehmer, die von zu Hause aus arbeiten, müssen nicht außerhalb der vorgesehenen Arbeitszeiten erreichbar sein.

Welche Sicherheitsregeln gelten?

Auch im Homeoffice gelten die Vorgaben für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit. Der Arbeitgeber ist sogar verpflichtet, dies zu überprüfen. Es empfiehlt sich daher, in einer schriftlichen Vereinbarung zum Homeoffice auch eine Regelung zur Zutrittsberechtigung des Arbeitgebers nach Vorankündigung zu treffen.

Welche Kosten übernimmt die Firma?

Grundsätzlich trägt der Arbeitgeber alle Aufwendungen, die Arbeitnehmer für ihre Arbeit im Homeoffice tätigen. Das gilt beispielsweise für Kommunikationskosten oder Büromaterial. Es können aber auch abweichende Regelungen getroffen werden wie etwa, dass Arbeitnehmer eigene Geräte auf eigene Kosten benutzen. Solche Regelungen sollten unbedingt schriftlich vereinbart werden.

Welche technischen Empfehlungen sind wichtig?

Eine Voraussetzung für Homeoffice ist eine schnelle Internetverbindung. Ansonsten sind vor allem zwei Punkte wesentlich: Entweder stellt das Unternehmen Mitarbeitern fertig konfigurierte Rechner zur Verfügung oder die Mitarbeiter nutzen ihre privaten Rechner. Der private PC sollte stets auf dem aktuellsten Stand sein. Das gilt insbesondere für Browser, Sicherheitssoftware (etwa Virenscanner, Firewalls) und verwendete VPN-Software (VPN steht für virtuelles privates Netzwerk). Auch andere Hardware im Heimnetz wie Router sollte aktuell gehalten werden. Im Idealfall telefonieren Mitarbeiter auch von zu Hause über ihre berufliche Nummer. Viele Telefonanlagen bieten die Möglichkeit dazu.

Wie organisieren Unternehmen das Homeoffice am besten?

Es ist wichtig, Mitarbeiter gut zu informieren und gemeinsam die Erwartungen ans Homeoffice zu klären: Dazu gehören etwa die voraussichtliche Dauer des pandemiebedingten Homeoffice, Arbeitsleistung, Erreichbarkeit, der Umfang der Arbeit mit externen Kunden, die praktische Umsetzbarkeit von Aufgaben, Arbeits- und Pausenzeiten. Wahrscheinlich erhöht sich der Kommunikations- und Organisationsaufwand, weil sich Informationen nicht kurz über den Gang zurufen lassen. Es sind mehr Ansagen und Feedback notwendig. Hier können Skype- oder Telefonkonferenzen helfen. So fühlen sich Mitarbeiter auch weniger isoliert.

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